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Sint-Pietersbandenkerk
Beringen

Sint-Pietersbandenkerk Beringen

Sint-Pietersbandenkerk

Die St.-Peter-in-Ketten-Kirche, bekannt als Sint-Pietersbandenkerk, ist ein prächtiges Beispiel für neogotische Architektur im Herzen von Beringen, Belgien. Diese Kirche mit ihrem reichen Barockinterieur und markanten Äußeren ist mehr als nur ein Ort der Anbetung; sie ist ein Zeugnis der Widerstandskraft und des künstlerischen Erbes der lokalen Gemeinschaft. Am Marktplatz gelegen, ist dieses historische Gebäude die Pfarrkirche von Beringen-Zentrum und die Dekanatskirche des Dekanats Beringen.

Eine Reise durch die Geschichte

Die Geschichte der St.-Peter-in-Ketten-Kirche ist sowohl turbulent als auch faszinierend. Die ursprüngliche Kirche wurde 1467 von burgundischen Truppen zerstört, nur um wieder aufgebaut und dann 1584 während des Achtzigjährigen Krieges durch Feuer verwüstet zu werden. Die widerstandsfähige Gemeinde restaurierte die Kirche 1592, aber sie wurde 1654 erneut von lothringischen Truppen zerstört. Während des anschließenden Wiederaufbaus spielte Diakon Adriaen Wuestenraed eine entscheidende Rolle, was zur Fertigstellung der Kirche und ihres Barockinterieurs im Jahr 1695 führte.

Eine weitere Tragödie ereignete sich 1838, als der Kirchturm einstürzte und erheblichen Schaden an Schiff und Seitenschiffen verursachte. Die Wiederaufbauarbeiten von 1842 bis 1844 brachten neogotische Elemente in die Kirche, darunter einen neuen Westturm mit einer schlanken Spitze, die bis heute eines ihrer markantesten Merkmale ist. Eine gründliche Restaurierung ab 1998 sorgte dafür, dass die historische und architektonische Integrität der Kirche für zukünftige Generationen erhalten blieb.

Das Äußere: Eine Mischung aus Stilen

Das Äußere der St.-Peter-in-Ketten-Kirche ist eine harmonische Mischung aus Stilen, die ihre lange und bewegte Geschichte widerspiegeln. Das Querschiff, die Sakristeien und der Chor stammen aus dem 16. Jahrhundert und zeigen Überreste von Eisensandstein der früheren Kirche, die im späten Demergotischen Stil, einer lokalen Variante des Brabanter Gotik, erbaut wurde. Die neogotischen Teile der Kirche, aus Ziegel und Kalkstein gebaut, bilden einen auffälligen Kontrast, wobei der Chor noch immer originale Spitzbogenfenster aufweist, die auf die mittelalterlichen Ursprünge der Kirche hinweisen.

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Eintritt: Das Barockinterieur

Beim Betreten der St.-Peter-in-Ketten-Kirche fühlt man sich in eine andere Welt versetzt, in der die Barockkunst dominiert. Das Innere ist mit Täfelungen, Altären und Beichtstühlen geschmückt, die vom Schreiner Tillman Janssens und Bildhauer Daniël van Vlierden aus Hasselt gefertigt wurden. Die filigranen Details und ausdrucksstarken Formen dieser Stücke zeugen von ihrem handwerklichen Können, wobei drei der vier Beichtstühle mit Sicherheit van Vlierden zugeschrieben werden.

Ein Beichtstuhl im nördlichen Querschiff wird dem berühmten Antwerpener Bildhauer Artus Quellinus II zugeschrieben, was dem Inneren der Kirche eine zusätzliche historische Bedeutung verleiht. Die Skulptur des Heiligen Grabes im nördlichen Seitenschiff ist ein weiteres Meisterwerk, das van Vlierden zugeschrieben wird, während der Hauptaltar, obwohl nicht definitiv ihm zugeschrieben, Merkmale seines expressiven Stils aufweist.

Die Kommunionbänke und ein Teil der Chorgestühle wurden von Laurens Vandenreyt geschaffen, wobei Jan Rutten aus Sint-Truiden die Gestühle nach Vandenreyts Tod fertigstellte. Der barocke Hochaltar ist ein zentraler Punkt und zeigt ein Gemälde von Christus am Kreuz, das dem Antwerpener Maler Erasmus Quellinus II zugeschrieben wird. Die Seitenaltäre, verziert mit barocken Gemälden von Anton Goubau, zeigen die Himmelfahrt und Krönung Mariens sowie die Auffindung des Kreuzes und bereichern das visuelle Narrativ der Kirche.

Künstlerische Schätze und historische Relikte

Die Kirche beherbergt zahlreiche künstlerische Schätze und historische Relikte. Das Chorgitter ist ein feines Beispiel für neogotisches Design, während die Orgel, die 1853 von Henri Vermeersch hergestellt wurde, die größte von Vermeersch in Belgien gebaute Orgel ist und 2013 umfassend restauriert wurde. Verschiedene Heiligenstatuen aus der Zeit um 1700, darunter St. Peter, Antonius der Abt, St. Sebastian, St. Anna mit Maria und St. Josef mit Kind, tragen zur spirituellen Atmosphäre der Kirche bei.

Im Chor finden Besucher Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter den von Diakon Adriaen Wuestenraed. Die Kirche beherbergt auch eine Pietà aus dem 15. Jahrhundert und Statuen aus dem 16. Jahrhundert von St. Genoveva und St. Rochus, die aus der Smeets-Kapelle in der Broekhovenstraat hierher gebracht wurden. Die Sakristei aus dem 16. Jahrhundert enthält Möbel aus dem 17. Jahrhundert und einen Lütticher Kelch von 1528, was die historische Bedeutung der Kirche weiter unterstreicht.

Die Wandmalereien der Kreuzwegstationen, 1912 von Gustave Meunier geschaffen, und die spät 20. Jahrhundert entstandenen Buntglasfenster, die Personen und Heilige im Zusammenhang mit der Geschichte der Kirche darstellen, verleihen dem Inneren einen lebendigen Touch und machen es zu einem visuellen Fest für Besucher.

Ein Muss für jeden Besucher

Die St.-Peter-in-Ketten-Kirche ist nicht nur ein Ort der Anbetung; sie ist ein Symbol für Widerstandskraft, Kunstfertigkeit und Geschichte. Ob ihr Geschichtsinteressierte, Kunstliebhaber oder einfach neugierige Reisende seid, ein Besuch dieser Kirche wird euch eine tiefe Wertschätzung für das reiche kulturelle Erbe von Beringen vermitteln. Ihre Mauern erzählen Geschichten von Zerstörung und Wiedergeburt, während ihr Inneres die Höhen der Barockkunst zeigt. Ein Besuch der St.-Peter-in-Ketten-Kirche ist eine Reise durch die Zeit und bietet einen Einblick in die Vergangenheit sowie eine Feier des unerschütterlichen Geistes der Gemeinschaft.

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