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Sint-Amanduskerk
Wingene

Sint-Amanduskerk Wingene

Sint-Amanduskerk

Die Sint-Amanduskerk in Wingene, Belgien, ist ein eindrucksvolles Zeugnis des unerschütterlichen Geistes und der reichen Geschichte dieser beschaulichen flämischen Stadt. An der Kreuzung von Markt, Kerkplein, Guido Gezellestraat und Zandbergstraat gelegen, ist diese Kirche nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Leuchtturm architektonischer Entwicklung und historischer Widerstandskraft.

Der historische Werdegang der Sint-Amanduskerk

Die Ursprünge der Sint-Amanduskerk reichen bis ins frühe 11. Jahrhundert zurück, als die Benediktiner der Abtei Saint-Amand in Saint-Amand-les-Eaux die ursprüngliche romanische kreuzförmige Kapelle errichteten. Dieses bescheidene Bauwerk aus Feldsteinen mit einem Strohdach legte den Grundstein für das prächtige Gebäude, das heute steht. Die Kirche war ursprünglich dem heiligen Amandus geweiht, mit einem Heiligtum, das den Hochaltar zu seinen Ehren beherbergte.

Eine Tragödie ereignete sich 1593, als Geuzenkräfte Wingene verwüsteten und die Kirche in Trümmern hinterließen. Erst 1622, unter der Leitung von Pastor Joannes Courtois, begann der Wiederaufbau. Dank der Großzügigkeit von Ritter Jan Van Haveskercke wurde die Kirche im gotischen Stil mit drei Schiffen und einem hohen Turm wiedererrichtet. Doch die Kriegswirren hielten an, und 1679 wurde die Kirche erneut zerstört.

Wiedergeburt und architektonische Pracht

Die Kirche lag jahrzehntelang in Ruinen, bis 1737 Pastor Debusschere einen erneuten Wiederaufbau initiierte. Architekt Jacob Mestdach führte Tonnengewölbe ein, die einen Bruch mit dem gotischen Stil darstellten. Diese Version der Kirche war robust, mit einem markanten hölzernen Turm und einem Innenraum, der mit barocken Elementen wie einem Kommuniongitter und einer Kanzel von Pieter Wanneyn geschmückt war.

Im 19. Jahrhundert erweiterten weitere Renovierungen die Kirche auf ihre heutigen Maße von 53 Metern Länge und 21,5 Metern Breite. Ein neuer Turm wurde 1853 errichtet, ausgestattet mit einem Glockenspiel und einer Uhr, die 1857 installiert wurden. Doch erneut schlug das Schicksal zu, als 1918 zurückziehende deutsche Soldaten den Turm zerstörten. Er wurde 1924 im auffälligen neugotischen Stil mit einem 40,7 Meter hohen Turm wieder aufgebaut.

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Ein Blick ins Innere der Sint-Amanduskerk

Betritt man die Sint-Amanduskerk, wird man von einem reichen Teppich aus Kunst und Geschichte empfangen. Der Hochaltar, aus rotem Marmor und Granit gefertigt, ist ein zentraler Punkt und zeigt das Lamm Gottes, umgeben von Engelsfiguren. Das Tabernakel, das um 1750 entstand, besticht durch seine filigranen Schnitzereien und eine drehbare Trommel zur Präsentation der Ziborien.

Die Kirche beherbergt auch mehrere Seitenaltäre, darunter den Marienaltar und den Altar des heiligen Amandus, beide geschmückt mit Engelsfiguren und leuchtenden Buntglasfenstern, die Szenen aus dem Leben des heiligen Amandus darstellen.

Die Kanzel und Beichtstühle

Die Kanzel, ein Meisterwerk aus dem Jahr 1865, ist eine elegante Konstruktion mit Medaillons, die die vier Evangelisten darstellen. Eine interessante Besonderheit ist die Darstellung des heiligen Markus als Mensch statt als traditioneller Löwe, ein Ergebnis der Restaurierungsarbeiten nach den Schäden des Ersten Weltkriegs.

Besucher können auch die kunstvoll geschnitzten Beichtstühle bewundern, von denen die ältesten aus dem Jahr 1776 stammen. Diese wunderschönen Holzstrukturen sind ein Zeugnis der Handwerkskunst der damaligen Zeit und der fortdauernden Traditionen der katholischen Kirche.

Erkundung des Kirchengeländes

Draußen bieten die Kirchengelände einen friedlichen Rückzugsort, mit dem hoch aufragenden neugotischen Turm, der als markantes Wahrzeichen von weitem sichtbar ist. Die Kirche hat umfangreiche Renovierungen durchlaufen, zuletzt 1994, um sicherzustellen, dass sie ein lebendiger Teil der Gemeinschaft bleibt.

Im Inneren ist die Kirche ein Schatz an historischen Artefakten, darunter Chorgestühle, Gedenktafeln und ein Taufbecken aus dem Jahr 1789. Die Orgel, nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut, erfüllt die Kirche weiterhin mit Musik und trägt zur ruhigen Atmosphäre bei.

Ein lebendiges Denkmal

Die Sint-Amanduskerk ist mehr als nur eine Kirche; sie ist ein lebendiges Denkmal für die Widerstandskraft und den Glauben der Gemeinschaft von Wingene. Ihre Mauern erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten, von bescheidenen Anfängen bis zur heutigen Pracht. Ob ihr Geschichtsbegeisterte, Architekturfreunde oder einfach neugierige Reisende seid, ein Besuch der Sint-Amanduskerk bietet einen faszinierenden Einblick in das Herz des flämischen Erbes.

Zusammenfassend steht die Sint-Amanduskerk als Symbol für Ausdauer und Hingabe, ihre reiche Geschichte und architektonische Schönheit machen sie zu einem unverzichtbaren Ziel für alle, die die reizvolle Region Westflandern erkunden.

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