Die St. Josephs-Kirche in Greifswald, gelegen am südlichen Rand der historischen Altstadt, ist ein beeindruckendes Beispiel für die neugotische Architektur. Diese römisch-katholische Kirche zeugt von der reichen kulturellen und religiösen Tradition der Region und lädt Besucher ein, ihre geschichtsträchtige Vergangenheit und architektonische Schönheit zu entdecken.
Die Ursprünge der St. Josephs-Kirche reichen bis ins Jahr 1869 zurück, als der Grundstein gelegt wurde, unterstützt von katholischen Studenten aus Westfalen, dem Rheinland und Schlesien. Der Architekt Hugo Schneider entwarf die Kirche als Missionskirche, die Papst Pius IX. gewidmet war. Die Finanzierung dieses ehrgeizigen Projekts stammte von katholischen Professoren und Studenten der Universität Greifswald sowie von polnischen Saisonarbeitern, die eine bedeutende Rolle in der landwirtschaftlichen Landschaft Pommerns spielten.
Am 15. November 1871 wurde die Kirche mit einer zweisprachigen Messe in Deutsch und Polnisch geweiht, was die Vielfalt der Gemeinschaft widerspiegelte, der sie diente. Von 1929 bis 1943 stand die Kirche unter der pastoralen Leitung von Alfons Maria Wachsmann, einem Theologen und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Während seiner Amtszeit erfuhr die Kirche eine expressionistische Umgestaltung, die 1932 von Bischof Christian Schreiber geweiht wurde. Tragischerweise führte Wachsmanns Opposition gegen das NS-Regime zu seiner Verhaftung und Hinrichtung im Jahr 1944. Ihm zu Ehren gibt es ein Ehrengrab an der Kirche.
Die St. Josephs-Kirche ist ein neugotisches Meisterwerk, erbaut aus rotem Backstein mit einem kreuzförmigen Grundriss. Die Kirche verfügt über einen polygonalen Chor, einen markanten Westturm mit schmalen Seitenhallen und eine Sakristei zwischen Chor und südlichem Querhaus. Der Turm, mit seinen vier Stockwerken und dem spitzen Helm, der von quadratisch zu achteckig übergeht, prägt das Erscheinungsbild der Kirche.
Im Inneren beeindruckt die Kirche mit einem Rippengewölbe, das von barockartigen Pilastern gestützt wird, und einem sechsteiligen Gewölbe im Chor. Die Wände von Chor und Querhaus sind mit großen, flachen Spitzbogenfeldern verziert. Das Innere der Kirche ist weitgehend das Werk von Alfons Maria Wachsmann, einschließlich des Tabernakels, Altars, Kruzifixes und einer expressionistischen Figur des auferstandenen Christus. Eine gemalte Kreuzwegstation von Martin Pautsch ergänzt die künstlerischen Schätze der Kirche.
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In den Jahren 1974 bis 1977 wurde der Altarbereich umgestaltet, und eine neue Empore sowie Sitzgelegenheiten wurden installiert. 1986 erhielt die Kirche eine neue Orgel, gebaut von VEB Orgelbau Dresden (Jehmlich), die das musikalische Angebot der Kirche bereichert. Ende des 20. Jahrhunderts wurden drei Altarfenster mit Szenen aus dem Leben Marias installiert, basierend auf Entwürfen von Rudolf Brückner-Fuhlrott.
Eine umfassende Renovierung im Jahr 1999 umfasste die Installation einer neuen Warmluftheizung, eines neuen Bodens und leichte Änderungen im Altarbereich, um die Kirche als einladenden und komfortablen Ort für Gebet und Besinnung zu erhalten.
1992 wurde die St. Josephs-Kirche zur Propsteikirche erhoben, wodurch sie zu einem zentralen Punkt für Katholiken in Vorpommern wurde. Der erste Propst war Msgr. Georg Bengsch, der Bruder des ehemaligen Erzbischofs von Berlin, Alfred Kardinal Bengsch. Seit 2020 dient die St. Josephs-Kirche als Pfarrkirche der neu gegründeten Pfarrei St. Otto.
Die St. Josephs-Kirche ist nicht nur ein Ort des Gebets; sie ist ein Leuchtturm der Geschichte, Kultur und des Gemeinschaftsgeistes. Ob ihr von ihrer architektonischen Schönheit, ihrer historischen Bedeutung oder ihrem lebendigen Gemeindeleben angezogen werdet, ein Besuch der St. Josephs-Kirche in Greifswald verspricht ein reiches und lohnendes Erlebnis.
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